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Nachruf Pater Englmar

 

Der Förderverein für die Karmeliten in Straubing trauert um

PATER ENGLMAR REINER O.CARM.

 

Er war für uns – für die Straubinger Karmelitenpatres, für den Verein und die treuen Besucher der Karmelitenkirche - Brücke zwischen gestern, heute und morgen.

Jetzt müssen wir allein weitergehen mit der ermutigenden Gewissheit, dass er uns immer begleiten wird. Und mit dem Trost, dass er seine letzte Ruhe in der Karmelitenkirche findet, wie er es sich gewünscht hat.

Straubing, 27. Juni 2019

Monika Schneider-Straninnger, Vorsitzende
Klaus Meixner, stellvertretender Vorsitzender

 

Hier gehts zum vollständigen Artikel vom 27. Juni aus dem Straubinger Tagblatt. 

Kar­me­li­ten His­to­rie

Vor­ge­schich­te des Ver­eins

 

648 Jahre lang haben Karmeliten in Straubing und mit den Straubingern gelebt. Sie waren Beichtväter, hielten Gottesdienst, waren Ansprechpartner in manchen Nöten, Hüter von Krippen, Wahrer von Traditionen wie zum Beispiel des Jahresgedächtnisses für die in der Donau ertränkte Agnes Bernauer.


2016 hat die deutsche Ordensprovinz erklärt, ihr Straubinger Kloster aus Gründen mangelnden Nachwuchses zu schließen und zu verkaufen. Auf Initiative des Straubinger Tagblatts haben bei einer Unterschriftenaktion 10 257 Bürger bekundet, dass ihnen der Fortbestand eines Karmelitenkonvents in Straubing ein Herzensanliegen ist. Gleichzeitig wurde die Bayerische Staatsregierung auf die Schließung und eine Nutzungs-Perspektive für die Universitätsstadt Straubing aufmerksam gemacht. Derzeit laufen Vorbereitungen zum Übergang des Komplexes – mit Ausnahme der Kirche – auf den Freistaat, verbunden mit der Chance, einem Karmelitenkonvent in einem kleinen Trakt des Gebäudes wieder Heimat und Perspektiven zu schaffen.


Dankenswerterweise hat sich die indische Ordensprovinz der Karmeliten St. Thomas bereit erklärt, hier seelsorgerisch weiterzuwirken. Am 26. November 2016 hat die deutsche Ordensprovinz die Pforte des Klosters geschlossen, derzeit drei indische Patres setzen die 648-jährige Tradition fort.

 

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Zweck des Ver­eins

Aus un­se­rer Sat­zung:

Unterstützung des in Straubing seelsorgerisch tätigen Karmeliten-Konvents

Zweck des Vereins ist die Förderung der Religion, insbesondere die Unterstützung des in Straubing seelsorgerisch tätigen Konvents der Karmeliten. Diese Unterstützung soll sowohl in ideeller Hinsicht als auch durch die Beschaffung von Sach- und Geldmitteln erfolgen, die unmittelbar dem in Straubing ansässigen Konvent des Karmelitenordens zugeführt werden.

Damit soll die Aufrechterhaltung der Seelsorge und der Gottesdienste in der Karmelitenkirche sowie die Betreuung der Christen aus Straubing beziehungsweise der ganzen Region unterstützt werden.
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke” der Abgabenordnung.

Gesamte Satzung herunterladen

Der Vor­stand

Der För­der­ver­ein

2018 gegründet

Der Förderverein für die Karmeliten in Straubing ist am 31. Januar 2018 in den Räumen des Verlagshauses des Straubinger Tagblatts gegründet worden. Das Amtsgericht hat
den Verein in seinem Vereinsregister eingetragen, das Finanzamt die Gemeinnützigkeit anerkannt.
22 Straubinger haben als Gründungsmitglieder unterzeichnet. Mit einer Mitgliedschaft kann jeder ein Zeichen setzen, dass die Unterschriften für den Erhalt eines Konvents in Straubing mehr sind als nur ein Lippenbekenntnis. Es ist jetzt möglich, Spenden steuerlich abzusetzen und damit den Konvent ganz praktisch zu unterstützen.

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Wer­den Sie Mit­glied beim För­der­ver­ein
für die Kar­me­li­ten in Strau­bing!

Die Beitrittserklärung hier herunterladen und ausgefüllt an uns zurück senden.

Per Email an kontakt@foerderer-karmeliten-straubing.de

oder an

Förderverein für die Karmeliten in Straubing e.V.

im Haus Straubinger Tagblatt

Ludwigsplatz 32

94315 Straubing

Beitrittserklärung herunterladen

Karmeliten-Kloster

Kloster und Kirche der Karmeliten zu Straubing

Die Bettelmönche des Ordens Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel wollten sich ursprünglich in der Stadt Regensburg niederlassen. Da die klosterreiche Stadt aber jede weitere Ordensgründung innerhalb ihrer Mauern rigoros verfolgte, rief Herzog Albrecht I., der Herr des jungen Herzogtums Straubing-Holland, diese Bettelmönche 1368 in seine Residenzstadt Straubing. Albrecht Steinhauff, der Propst des Augsburger Domkapitels, stiftete dazu im Einvernehmen mit dem Herzog, der wie seine Nachfolger stets ein besonderer Förderer und Gönner der Karmeliten blieb, seinen Grund und Boden in der Nähe des soeben erbauten Herzogschlosses. Von Papst Urban I. hatte der Herzog mit einer am 6. April  1367 zu Avignon ausgestellten Urkunde den Frauenbrüdern die Erlaubnis für eine klösterliche Neugründung in Straubing erwirkt, die ursprünglich auf den Unterhalt von zwölf Ordensbrüdern ausgerichtet war. Seit seiner Gründung gehörte dieser Konvent, der im 18. Jahrhundert rund 40 Mitglieder zählte, zur Oberdeutschen Provinz der Beschuhten Karmeliten.

Bei ihrem feierlichen Einzug am 1. Oktober 1368 stand den Frauenbrüdern nur ein „clösterl“ zur Verfügung. Dies aber konnte entscheidend erweitert werden, als Herzog Albrecht I. am 9. April 1374 seine Absicht verwirklichte, den Karmeliten ein „Kloster aus seinem Besitz zu stiften und es auf herzoglichen Grund zu erbauen“. Im Jahre 1374 erwarben die Frauenbrüder auch eine benachbarte Braustätte mit Malzstadel, die in der sogenannten „Karmelitenbrauerei noch heute fortlebt.

Der älteste Teil des Klosterbaus befand sich wahrscheinlich auf der östlichen Seite des Geländes. In der Folgezeit wurde er offenbar von Norden nach Süden und zum Chor der Kirche hin ausgebaut. Für das Jahr 1404 ist bereits ein Kreuzgang erwähnt.

Noch in das Jahr des Aufzugs der Mönche 1368 fallen erste Nachrichten über einen Kirchenbau, der nach einem basilikalen Plan begonnen, schlileßlich als Hallenbau weitergeführt wurde. 1372 erfolgte die Konsekration von sieben Altären. Für 1377 ist ein erster Anbau einer Kapelle an der Südseite des Chores bezeugt. Seit 1395 wurde der Chor mit den Umfassungsmauern aufgezogen, in dem man 1397 Herzog Albrecht II. in einem künstlerisch hochwertigen und sehenswerten Grabmal bestattete. 1430 konnte die gesamte Kirche geweiht werden. Im Jahre 1466 erhielt die Ordenskirche  ein Gewölbe, das später durch ein Scheingewölbe (Holz) ersetzt wurde. Im Jahre 1386 übertrug Albrecht I. den Patres die Seelsorge in der benachbarten Schlosskapelle.

Eine  umfangreiche Inventarliste aus dem Jahre 1414 spricht von einer stattlichen Bibliothek mit vieln wertvollen Handschriften,  die die an den bekanntesten euroüäischen Universitäten studierenden Mönche ins Kloster mitgebracht  hatten, sowie von zahlreichen liturgischen Gerätschaften in Kloster, Kirche und Sakristei.

In den Zeiten der Reformation bedrängte das Kloster große finanzielle und personelle Not, die erst nach dem 30jährigen Krieg mit verschiedenen Reformen überwunden werden konnte.

Hier geht's zur Webseite der Karmeliten

Nach kleinen Um- und Erweiterungsbauten des Klosters jeweils zu Beginn des 16. und 17. Jahrhunderts legte man am 27. Juni 1684 den ersten Stein für einen barocken Neubau. Nachdem der Straubinger Hofmaurermeister Stephan Niderkhürchner die Keller gebaut und die Mauern zwei „Gaden“ (Stockwerke) hoch aufgezogen hatte, wurde er auf Veranlassung des Priors P. Emanuel von dem aus Graubünden stammenden „beruembten Ingenieur und Architectus im Gericht Landau sesshafften“ Johann Caspar Zuccalli (Zugallus) abgelöst. Er führte den heutigen Bau mit dem Sommerrefektorium (große Aula) im Parterre (reiche Stuckdecke mit zwei Deckengemälden: Abendmahl, Gastmahl bei Simon dem Aussätzigen), dem mit Fresken verzierten, zu Beginn des 19. Jahrhunderts übertünchten, in den Jahren 2006-2008 mit gewaltigem finanziellem Aufwand freigelegten Freskenprogramm und wiederhergestellten Bibliothekssaal (Ausmalung 1710) als geschlossene Vierflügelanlage mit Kreuzgang und Innenhof zu Ende. Die Klostermauern an der Burggasse und Fürstenstraße schlossen im 18. Jahrhundert das ganze Klosterareal ab.

Da die Bettelordenskirche der Karmeliten durch die Übertragung des Gnadenbildes „Maria von den Nesseln“ 1661 zur zweiten Wallfahrtskirche innerhalb der Stadt geworden war, erhielt sie auf der Westseite ab 1702 einen Turm vorgeblendet. Seit 1700 nahm Baumeister Wolfgang Dientzenhofer auch eine umfassende barocke Umgestaltung des Inneraums der Kirche vor. Den Entwurf für den prächtigen Hochaltar mit 21 Metern Höhe und seinen vielen Figuren von Karmelheiligen sowie für die beiden Seitenaltäre lieferte 1741/42 der Passauer Bildhauer Joseph M. Götz.

Der freistehende, überreich verzierte Tabernakel mit dem Altartisch gilt als eine Glanzleistung, „ein Prunkstück der süddeutschen Holzplastik“. Das riesige Hochaltarblatt (1741) mit der Darstellung der Aussendung des Hl. Geistes zählt zu den wichtigsten Arbeiten des Wiener Akademiedirektors Michael Unterberger. Die von Anton Keller 1756/57 geschaffene Kanzel mit ihrem üppigen Muschelwerkdekor und den Figuren steht der berühmten Kanzel von Mathias Obermayr in der Stiftskirche St. Jakob kaum nach.

Bezeichnend für die Karmelitenkirche, die für die herzogliche Familie wie für Patrizier- und Adelsfamilien als bevorzugte Grablege diente, ist der reiche Bestand an spätmittelalterlichen Grabmälern. Er verleiht der Kirche einen ausgezeichneten kunsthistorischen Rang. Als Glanzstück der spätgotischen Skulptur gilt die Rotmarmortumba Herzog Albrechts II. von Straubing-Holland (gestorben 1397) wegen ihrer einzigartigen Ikonographie sowie der Spannung zwischen herzoglicher Repräsentation und Vergänglichkeit des Irdischen. Das Grabmal befindet sich hinter dem Hochaltar und ist nur auf Anfrage zugänglich.

Mit der Säkularisation im Jahre 1802 wurde die Straubinger Niederlassung zum Aussterbekloster der „Beschuhten Karmeliten“ bestimmt. Um in der Seelsorge, die den Patres auch im Kloster verboten war, den nötigen Lebensunterhalt zu finden, verließen in der Folgezeit notgedrungen immer mehr Konventualen das „Aussterbekloster“ . Im Jahre 1841 erwirkte P. Petrus Heitzer, der verbliebene letzte Karmelit und Prior des alten Klosters, von König Ludwig I. das Dekret zur Wiedereröffnung. Von hier erfolgten im 19. Jahrundert die Erneuerung der Oberdeutschen Provinz, Neugründungen im Umland und 1864 auch in Nordamerika, wo schließlich die amerikanische Ordensprovinz vom Reinsten Herzen Mariä errichtet wurde.

1993 feierte der Konvent zusammen mit dem Abschluss der Kirchenrenovierung sein ununterbrochenes 625jähriges Bestehen in der Stadt Straubing. Seine 650jährige Präsenz in Straubing wird der Orden im Jubiläumsjahr der Stadt 2018 feiern.

Mit dem Abzug der Karmeliten der Deutschen Provinz übernahm im September 2016 die indische Karmelitenprovinz St. Thomas in Kerala mit einem kleinen Konvent die Seelsorge an der Ordenskirche. Die Klostergebäude werden künftig zum großen Teil für die „TU München Campus Straubing“ umgebaut und hergerichtet.

Die Karmeliten in Indien

Vor nunmehr über 36 Jahren begann die Geschichte der indischen Karmeliten in Kerala, Indien. Pater Josef Kotschner, der damalige Provinzial des Oberdeutschen Karmelitenordens, holte bereits 1973 die ersten indischen Studenten nach Bamberg, um sie nach Profess und Priesterweihe nach Kerala,Indien, zurückzuschicken. Im Jahr 1982 schließlich  wurde das erste  Ordenshaus  in Kurukadam, Kerala, errichtet.Weitere Häuser, Schulen und eine Universität folgten. Im Jahr 2007 erlangten die indischen Karmeliten die Unabhängigkeit vom deutschen Orden und somit entstand die St.Thomas Provinz der Karmeliten. Zur Zeit sind es 76 Priester, sie sind  in sechs Gemeinden und fünf Niederlassungen  in und außerhalb Keralas vertreten. Sie betreiben zwei Schulen, ein Altersheim für mittellose Männer, einen Buchladen und ein Exerzitienhaus. Darüber hinaus arbeiten sie auch in Deutschland, Irland, Italien, USA und Kanada in den Pfarreien verschiedener Diözesen. Missionarische Arbeit leisten sie in Andhra Pradesh, einem indischen Bundesstaat, in dem es sehr wenige Christen, große Armut, hohes Analphabetentum und Mangelernährung gibt.

Hier geht's zur Homepage des Ordens in Indien

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